Der HC Thurgau erspielt sich beim EHC Visp Chance um Chance, steht am Ende aber mit leeren Händen da. Trotz eines klaren Chancenplus verlieren die Leuen mit 0:2. Besonders bitter: Der zweite Treffer der Walliser fällt erst drei Sekunden vor Schluss ins leere Tor. Ein Abend, an dem sich die Thurgauer vor allem über die eigene Abschlussschwäche ärgern müssen.
Der HCT hält von Beginn an dagegen
Nach drei Siegen in Folge wollte der HC Thurgau seine Erfolgsserie auch in Visp fortsetzen. Die Ausgangslage war allerdings alles andere als einfach. Die Walliser hatten zu Hause bislang jedes Spiel gewonnen und in dieser Saison noch keine Partie nach 60 Minuten verloren.
Trotzdem versteckten sich die Thurgauer keineswegs. Im Startdrittel entwickelte sich eine ausgeglichene Partie, in der der HCT selbstbewusst auftrat und gut mithielt. Die drei Siege in Serie schienen der Mannschaft sichtlich gutgetan zu haben.
Was allerdings schon früh auffiel: Vor dem gegnerischen Tor fehlte einmal mehr die letzte Konsequenz. Die Leuen kamen zu ihren Möglichkeiten, konnten daraus aber nichts Zählbares machen.
Beste Chancen bleiben ungenutzt
Dabei mangelt es dem HC Thurgau nicht an Spielern, die wissen, wie man Tore erzielt. Ljunggren, Truog, Binias, Derungs, Böhler oder Okabe haben ihre Qualitäten längst unter Beweis gestellt. In Visp wollte der Puck trotzdem einfach nicht ins Netz.
Im zweiten Drittel gerieten die Thurgauer zunächst unter Druck. Zwei Strafen gegen Hinder und Marchand machten die Aufgabe zusätzlich schwierig. Simon Wüest nutzte die Situation und brachte die Walliser in Führung. HCT-Goalie Neuenschwander, der zuvor mehrfach stark pariert hatte, konnte den Treffer diesmal nicht verhindern.
Die grosse Chance auf den Ausgleich liess allerdings nicht lange auf sich warten. In der 33. Minute bediente Livio Truog seinen Teamkollegen Kevin Haas im Powerplay mustergültig. Doch auch dieser Abschluss fand den Weg ins Tor nicht.
Und es kam noch bitterer. Kurz vor der zweiten Pause kam Kevin Kühni gleich zweimal aus aussichtsreicher Position zum Schuss. 14 Sekunden vor Drittelsende stand Adam Rundqvist zudem völlig frei im Slot. Die Möglichkeit war da, der Ausgleich zum Greifen nah – doch wieder blieb der Torjubel aus.
Irgendwann fehlen einem fast die Worte, wenn eine Chance nach der anderen ungenutzt bleibt.
Der Wille stimmt, der Treffer fehlt
Im Schlussdrittel war dem HCT anzumerken, dass er sich mit dieser Niederlage nicht einfach abfinden wollte. Die Mannschaft kämpfte, suchte den Weg nach vorne und versuchte alles, um nochmals ins Spiel zurückzukommen.
Der Einsatz stimmte, und auch spielerisch war die Leistung über weite Strecken ordentlich. Was fehlte, war einzig das Tor. Je länger die Partie dauerte, desto dringlicher suchten die Thurgauer den Ausgleich. Doch auch die letzten Bemühungen blieben erfolglos.
Drei Sekunden vor Schluss machte Hazen mit einem Treffer ins leere Tor alles klar. Das 2:0 besiegelte eine Niederlage, die sich aus Thurgauer Sicht besonders unnötig anfühlen dürfte.
36 Abschlüsse – aber kein Tor
Ein Blick auf die Statistik macht deutlich, wie viel für den HCT an diesem Abend möglich gewesen wäre. 36 Abschlüsse standen am Ende 20 Versuchen des EHC Visp gegenüber. Trotzdem gingen die Thurgauer ohne eigenen Treffer vom Eis.
Es lag also nicht daran, dass sich die Mannschaft keine Chancen erspielt hätte. Vielmehr fehlte vor dem Tor die nötige Ruhe, die Präzision und vielleicht auch das letzte Quäntchen Selbstvertrauen. Gerade bei den hochkarätigen Möglichkeiten hätte es einen Abschluss gebraucht, der den Torhüter vor echte Probleme stellt.
So bleibt die Erkenntnis, dass sich der HC Thurgau für seinen Aufwand erneut nicht belohnt hat. Und genau das dürfte nach diesem Spiel besonders schmerzen.
