Der HC Thurgau verliert das fünfte Spiel der Viertelfinalserie gegen den EHC Olten mit 1:4 in der Serie und scheidet damit aus den Playoffs aus. Was als Hoffnung auf eine Wende begann, endet in einem Abend, der schnell zur sportlichen Endstation wird. Zu konstant, zu abgeklärt und über weite Strecken auch zu dominant präsentiert sich Olten in dieser Serie.
Gute Ansätze, bitterer Wirkungstreffer
Der Beginn war geprägt von Nervosität auf beiden Seiten. Kein Team wollte den ersten Fehler machen, die ersten Minuten verliefen entsprechend vorsichtig und strukturiert.
Mit zunehmender Spieldauer fand der HC Thurgau jedoch besser ins Spiel. Die Scheiben liefen etwas sauberer, die Offensivzonen wurden häufiger erreicht und auch im Powerplay ergaben sich erste gefährliche Momente. Besonders die Topspieler Backman und Ljunggren sorgten für Druck und hätten die Führung durchaus erzielen können.
Erste Bruch im Spiel.
In der 15. Minute kam es zu einer umstrittenen Szene: Ein Check gegen den Kopf von Alessandro Villa führte zunächst zu einer Fünfminutenstrafe. Nach Videostudium wurde diese korrekt auf zwei Minuten reduziert. Eine Entscheidung, die sportlich korrekt war, aber den Rhythmus bereits verändert hatte.
Nur rund 30 Sekunden später schlug der EHC Olten eiskalt zu. Guillaume Asselin nutzte die kurze Unordnung in der Defensive und erzielte das 1:0.
Kontrolle, Druck und fehlende Lösungen
Im zweiten Drittel verschärfte sich das Bild. Olten übernahm zunehmend die Kontrolle über das Spielgeschehen und zeigte genau jene Qualitäten, die in einer Playoff-Serie entscheidend sind: Ruhe, Struktur und Konsequenz.
Besonders im Powerplay wurde der Unterschied sichtbar. Der HCT fand kaum Zugriff auf die Oltner Überzahlformationen. Die Box stand oft zu tief, Schüsse wurden nicht konsequent geblockt und Rebounds landeten zu häufig beim Gegner. Olten musste nicht spektakulär spielen, es reichte, die Momente sauber auszunutzen.
So fiel auch das 2:0: Ein Moment, in dem der HCT kurz die Ordnung verlor und Olten genau diesen Bruch bestrafte.
Auf der anderen Seite blieb Thurgau bemüht, aber zu selten zwingend. Einzelaktionen waren da, Einsatz ebenfalls, doch die klare Struktur im Offensivspiel fehlte. Zu oft endeten Angriffe an der blauen Linie oder in unpräzisen Abschlüssen aus ungünstigen Positionen.
Aufbäumen ohne Durchbruch
Mit dem Start ins dritte Drittel war klar: Jetzt braucht es alles. Risiko, Energie, Konsequenz. Der HC Thurgau versuchte genau das. Die Intensität wurde höher, die Zweikämpfe aggressiver, die Scheiben häufiger tief gebracht. Olten wurde phasenweise in die Defensive gedrängt.
Der Lohn folgte in der 53. Minute: Livio Truog brachte den HCT mit dem 1:2 zurück ins Spiel. Plötzlich war die Halle wieder da, plötzlich war wieder Druck spürbar. Doch genau in solchen Momenten entscheiden Playoff-Teams Spiele und Serien.
Eine doppelte Strafe gegen Thurgau stoppte den aufkommenden Schwung. Nicht zwingend die Szene selbst, sondern ihr Timing wirkte wie ein Bruch im Momentum. Olten gewann wieder Kontrolle, nahm Zeit von der Uhr und liess kaum noch klare Chancen zu. In den Schlussminuten warf Thurgau nochmals alles nach vorne, doch die letzte Präzision fehlte. Der Ausgleich wollte nicht mehr fallen.