Was für ein Spiel für den FC Freienbach. Die Höfner starten stark, führen zur Pause verdient mit 2:0 und haben die Partie eigentlich gut im Griff. Doch nach dem Seitenwechsel ist plötzlich alles anders. Kosova dreht das Spiel innerhalb weniger Minuten und bringt Freienbach gehörig ins Wanken. Die Gastgeber geben nicht auf und kommen in der Schlussphase noch zum 3:3.
Freienbach erwischt den perfekten Start
Viel besser hätte die Partie für die ersatzgeschwächten Höfner kaum beginnen können. Gerade einmal eine Minute war gespielt, als Freienbach erstmals gefährlich in den Strafraum kam. Diego Kälin setzte sich durch und kam zum Abschluss.
Kurz darauf zappelte der Ball bereits im Netz. Ein Schuss von Teixeira wurde abgefälscht und landete vor den Füssen von Neuzugang Fernando Rodrigues. Der musste nur noch einschieben. Noch keine zwei Minuten waren gespielt – und Freienbach lag bereits vorne.
Kosova brauchte danach etwas, um ins Spiel zu finden. Die Zürcher hatten zwar zunehmend mehr Ballbesitz und Kontrolle im Mittelfeld, wirklich gefährlich wurde es vor dem Freienbacher Tor aber zunächst nur selten. Die Höfner standen trotz einiger Ausfälle in der Defensive ordentlich und lauerten immer wieder auf Konter.
Stähli muss mit der Ambulanz vom Platz
In der 27. Minute wurde es erstmals richtig gefährlich. Jakovljevic kam am hinteren Pfosten zum Abschluss, doch Leon Merkas reagierte stark und lenkte den Ball noch zum Corner.
Kurz zuvor hatte es allerdings einen Schreckmoment gegeben. Jerome Stähli blieb nach einem Zweikampf mit einer Schulterverletzung auf dem Platz liegen. Der Freienbacher Mittelfeldspieler musste behandelt werden, die Partie wurde für längere Zeit unterbrochen. Schliesslich wurde Stähli mit der Ambulanz abtransportiert.
Nach dem Unterbruch übernahm Freienbach wieder das Kommando. Die Höfner kamen zu mehreren guten Möglichkeiten, verpassten es aber zunächst, den zweiten Treffer zu erzielen.
Kurz vor dem verspäteten Pausenpfiff klappte es dann doch. Cristiano Teixeira wurde in die Tiefe geschickt, lief alleine auf Dominguez zu und liess dem Kosova-Torhüter keine Chance. 2:0 und Freienbach durfte mit einem komfortablen Vorsprung in die Pause.
Nach der Pause kippt die Partie
Eigentlich hätte dieser Vorsprung Sicherheit geben sollen. Stattdessen erlebten die Höfner nach dem Seitenwechsel eine völlig andere Partie.
Kosova reagierte mit drei Wechseln und kam mit deutlich mehr Energie aus der Kabine. Bereits in der 47. Minute erzielte Trolli per Freistoss den Anschlusstreffer. Freienbach verteidigte dabei nicht besonders glücklich.
Dann kam Enis Kuka.
Der eingewechselte Stürmer brauchte nicht lange, um dem Spiel seinen Stempel aufzudrücken. In der 59. Minute traf Kuka zum 2:2. Nur zwei Minuten später war er erneut zur Stelle und schoss Kosova sogar mit 3:2 in Führung.
Plötzlich war das Spiel komplett gedreht.
Freienbach hatte innerhalb von gut einer Viertelstunde eine 2:0-Führung aus der Hand gegeben. Vor allem im Mittelfeld entstanden immer wieder grosse Lücken. Kosova nutzte diese Räume und kam nun zu mehreren guten Möglichkeiten.
Die Belohnung folgte in der 85. Minute.
Ausgerechnet Lendrit Dellova, der einst selbst für Kosova spielte, stand im richtigen Moment am richtigen Ort. Nach einer Aktion im Strafraum reagierte der eingewechselte Stürmer am schnellsten und staubte zum 3:3 ab.
Für Freienbach war es damit zumindest noch ein Punkt. Nach dem Spiel dürfte sich die Freude darüber allerdings mit etwas Ärger vermischt haben. Eine 2:0-Führung nach einer starken ersten Halbzeit hätte durchaus für mehr reichen können.
Angesichts der vielen verletzungsbedingten Ausfälle konnte Stefan Flühmann mit dem Punkt dennoch leben. «Aufgrund der vielen Verletzten müssen wir mit diesem Punkt zufrieden sein», sagte der Trainer.
So bleibt für Freienbach ein Spiel mit zwei völlig unterschiedlichen Gesichtern: eine starke erste Halbzeit, ein bitterer Einbruch nach der Pause und am Ende doch noch ein kleines Erfolgserlebnis.
