Knapp an der Sensation vorbei – Cham scheidet gegen Sion aus

Knapp an der Sensation vorbei – Cham scheidet gegen Sion aus

Der SC Cham verpasst die Cup-Überraschung gegen den FC Sion. Die Zuger verlieren auf dem Eizmoos mit 0:2, machen dem Favoriten aus dem Wallis das Leben aber lange schwer. Erst in der Nachspielzeit fällt die endgültige Entscheidung. Trotz des Ausscheidens darf Cham auf eine starke Leistung zurückblicken.

Cham glaubt an die Überraschung

Die ganz grosse Cup-Sensation bleibt aus. Trotzdem hat der SC Cham gegen den FC Sion gezeigt, dass im Schweizer Cup vieles möglich ist. Gegen den 13-fachen Cupsieger aus dem Wallis hielten die Zuger lange dagegen und liessen sich auch von der Überlegenheit des Favoriten nicht einschüchtern. Erst Benjamin Kololli machte in der 93. Minute mit dem 2:0 alles klar.

Dass Cham überhaupt so lange mithalten konnte, war keine Selbstverständlichkeit. Mit Florian Kamberi fehlte den Gastgebern ihr verletzter Stürmer, der bereits für die Grasshoppers, den Karlsruher SC, die Glasgow Rangers und den FC St. Gallen gespielt hat. An der Zuversicht der Chamer änderte das aber wenig.

Auch die Fans waren bereit für den nächsten Cup-Coup. Vor dem Anpfiff sorgten sie mit einem Miraculix-Transparent für Stimmung. «Es braut sich öpis zäme!» stand darauf geschrieben. Zusammen mit Asterix und Obelix war die Botschaft klar: Cham wollte dem Favoriten einen heissen Abend bereiten.

Der Favorit beisst sich die Zähne aus

Sion übernahm in der Startphase zwar das Spieldiktat und drängte Cham weit in die eigene Hälfte zurück. Wirklich gefährlich wurden die Walliser aber nur selten. Die Zuger verteidigten aufmerksam, warfen sich in die Zweikämpfe und machten es dem Favoriten mit ihrer körperbetonten Spielweise schwer.

Cham erinnerte damit an den Auftritt gegen den SC Kriens, den die Mannschaft in der vorherigen Cup-Runde mit 2:0 bezwungen hatte. Auch gegen Sion liessen sich die Zuger nicht einfach zurückdrängen, sondern suchten ihre Möglichkeiten nach vorne.

In der 26. Minute kamen sie nach einem Eckball zur ersten grossen Chance. Wenig später versuchte Marin Wiskeman sein Glück mit einem Schlenzer mit dem Aussenrist. Plötzlich war zu spüren, dass für den Aussenseiter mehr drinliegen könnte.

Facal fehlt nur das nötige Glück

Kurz vor der Pause wurde Cham sogar richtig gefährlich. In der 40. Minute zog Jorge Facal aus rund 25 Metern ab. Sions Torhüter Anthony Racioppi konnte den wuchtigen Schuss nur mit Mühe abwehren und zur Ecke lenken.

Dann fehlte den Gastgebern nicht mehr viel zur Führung: In der Nachspielzeit nahm Facal den Ball direkt und hämmerte ihn an die Latte. Auf dem Eizmoos lag die Überraschung in der Luft. Beim Stand von 0:0 ging Cham in die Pause und durfte mit dem bisherigen Auftritt mehr als zufrieden sein.

Ein Schuss verändert alles

Lange hielt das Unentschieden nach dem Seitenwechsel allerdings nicht. In der 48. Minute kam der eingewechselte Liam Chipperfield aus rund 22 Metern zum Abschluss und traf zum 1:0 für Sion. Ein Moment, der für Cham besonders bitter war, weil die Zuger bis dahin kaum etwas zugelassen hatten.

In der 68. Minute hätte der Favorit die Partie vorzeitig entscheiden können. Nach einem Foul im Strafraum zeigte Schiedsrichter Luca Piccolo auf den Elfmeterpunkt. Rilind Nivokazi trat an, setzte den Ball aber neben das Tor. Cham blieb damit zumindest rechnerisch in Reichweite.

Die Zuger versuchten weiterhin, eine Antwort zu finden. Mit zunehmender Spieldauer fehlten ihnen allerdings die Kräfte und die klaren Chancen, um Sion nochmals ernsthaft unter Druck zu setzen. Dennoch gaben sie sich nicht auf und hielten die Partie bis tief in die Nachspielzeit offen. Erst in der 93. Minute erlöste Kololli die Walliser mit dem Treffer zum 2:0. Damit war der Widerstand der Chamer endgültig gebrochen und die Cup-Reise beendet.