Hockey Huttwil unter Druck – Zwei Niederlagen als Warnsignal

Hockey Huttwil unter Druck – Zwei Niederlagen als Warnsignal

Hockey Huttwil hat nach einem starken Saisonstart zuletzt einen Dämpfer kassiert. Auf die deutliche 2:7-Heimniederlage gegen Dübendorf folgte am Samstag ein 1:5 in Winterthur. Trotz dieser beiden Rückschläge stehen die Huttwiler weiterhin auf dem zweiten Tabellenplatz. Die letzten Spiele zeigen aber, dass sie sich nicht auf ihren bisherigen Erfolgen ausruhen können.

Winterthur war klar besser

Die Niederlage in Winterthur war mehr als ein schlechter Abend. Erstmals in dieser Saison hatte Huttwil über weite Strecken kaum etwas entgegenzusetzen. Die Zürcher, die nach ihrem freiwilligen Abstieg inzwischen in der höchsten Amateurliga spielen, waren schneller, präziser und konsequenter. Mit dem Sieg gegen Huttwil feierten sie bereits den dritten Erfolg in Serie. Vor allem die schnellen Gegenangriffe bereiteten den Gästen Probleme. Winterthur nutzte die Fehler der Huttwiler geschickt aus und kam immer wieder zu gefährlichen Chancen.

Lange blieb das Spiel zwar offen. Erst in der 49. Minute sorgte das 3:1 für die Vorentscheidung. Trainer Daniel Bieri hatte allerdings schon früher reagiert und in der 45. Minute ein Time-out genommen, um seine Mannschaft nochmals wachzurütteln. Doch auch das brachte nicht die gewünschte Wende. Nach dem 2:7 gegen Dübendorf ist damit klar: Die erste Niederlage war wohl kein einmaliger Ausrutscher.

Wenn die Mannschaft nicht mehr funktioniert

Trotzdem wäre es falsch, jetzt alles infrage zu stellen. Huttwil hat in den ersten neun Spielen achtmal gewonnen und bewiesen, dass es mit jedem Gegner mithalten kann. Die Mannschaft überzeugt vor allem durch ihr Tempo, ihren Einsatz und ihren Zusammenhalt.

Der Erfolg kommt nicht von allein. Damit das Spiel der Huttwiler funktioniert, müssen alle mitziehen. Konzentration, Disziplin, Präzision und die nötige Energie sind entscheidend. Wenn ein Spieler seine Position verlässt, um einem Mitspieler zu helfen, kann schnell die ganze Ordnung durcheinandergeraten. Aus einem kleinen Fehler wird plötzlich der nächste, bis die Mannschaft ihren Spielplan verliert.

Genau das war in den letzten beiden Partien zu beobachten. Gegen Dübendorf und Winterthur wurden die Fehler konsequent bestraft. Huttwil hat damit selbst erfahren, wie schnell sich ein Spiel in die falsche Richtung entwickeln kann.

Die Mannschaft steht deshalb auf dünnem Eis. Wenn alles zusammenpasst, kann sie jeden Gegner schlagen. Wenn die Abstimmung und die Konzentration fehlen, wird sie jedoch schnell verwundbar.

Für Trainer Bieri wird es zur Gratwanderung

Auch für Daniel Bieri sind die beiden Niederlagen eine Herausforderung. Es reicht nicht, einzelne Spieler für ihre Fehler verantwortlich zu machen. Vielmehr muss der Trainer dafür sorgen, dass die Mannschaft wieder zu ihrer gewohnten Stärke zurückfindet.

Dabei ist Fingerspitzengefühl gefragt. Die Spieler sollen ihr Selbstvertrauen behalten, gleichzeitig müssen sie aber konzentriert und diszipliniert arbeiten. Zu viel Druck kann verunsichern, zu wenig Konsequenz kann dazu führen, dass die Mannschaft ihre Ordnung verliert.

Es ist eine Gratwanderung: Bieri muss wissen, wann er seine Spieler loben und wann er sie kritisieren soll. Schliesslich möchte er, dass die Mannschaft ihre Stärken wieder auf dem Eis zeigt, ohne dabei den nötigen Zusammenhalt zu verlieren.

Kein Grund zur Panik

Vor dem Start in die zweite Runde am Mittwoch in Thun ist deshalb weder übertriebener Optimismus noch Pessimismus angebracht. Die beiden Niederlagen sind ein Warnsignal, aber noch lange kein Grund zur Panik.

Auch offensiv gibt es keinen Grund, alles infrage zu stellen. Die drei Huttwiler Treffer aus den beiden verlorenen Spielen erzielten Michael Lüdi, Janik Lanz und Timo Braus. Die Mannschaft kann also weiterhin Tore schiessen. Jetzt muss sie vor allem wieder als Einheit auftreten und die eigenen Fehler reduzieren.

Eine ähnliche Situation erlebt derzeit auch der SC Bern nach der deutlichen 1:8-Niederlage gegen Zug. Der Vergleich hat allerdings seine Grenzen. Während die Profis in der National League mehr Zeit zur Erholung haben, müssen die Huttwiler neben dem Eishockey einer geregelten Arbeit nachgehen.

SCB-Trainer Serge Aubin gewährte seiner Mannschaft vier Tage frei. Bei Hockey Huttwil geht der Alltag dagegen fast ohne Pause weiter. Die Spieler müssen arbeiten, trainieren und bereits am Mittwoch in Thun wieder antreten.

Für die Huttwiler geht es nun darum, die richtigen Schlüsse aus den letzten beiden Spielen zu ziehen. Die Mannschaft hat in den ersten Wochen gezeigt, was in ihr steckt. Wenn sie wieder mit der gleichen Energie, Konzentration und Geschlossenheit auftritt, kann sie auch in der zweiten Runde erfolgreich sein.

Die Schillerfalter müssen ihre Flügel also nicht hängen lassen. Sie müssen nur wieder gemeinsam in die richtige Richtung fliegen.