Geduld zahlt sich aus – YB bezwingt St. Gallen

Geduld zahlt sich aus – YB bezwingt St. Gallen

YB setzt sich im Wankdorf mit 2:0 gegen den FC St. Gallen durch. Samuel Essende trifft zum zwölften Mal in dieser Meisterschaft, Bahereba Guirassy erzielt sein erstes Tor für die Berner. Trotz des verdienten Sieges gibt es einen Wermutstropfen: den umstrittenen Platzverweis gegen Edimilson Fernandes.

Seoane fehlt an der Seitenlinie

Am Samstagabend muss YB ohne Cheftrainer Gerry Seoane auskommen. Wegen einer Entzündung des Gleichgewichtsnervs im Innenohr verfolgt er das Spiel von zu Hause aus. An der Seitenlinie übernimmt Assistenztrainer Matteo Vanetta, unterstützt von Patrick Schnarwiler und dem restlichen Staff.

Noch vor dem Anpfiff gibt es erfreuliche Nachrichten für die YB-Fans: Lewin Blum verlängert seinen Vertrag um zwei weitere Saisons bis 2029. Da er gegen St. Gallen gesperrt fehlt, kann er die Partie zwar nicht auf dem Platz bestreiten, die Vertragsverlängerung wird vom Publikum aber mit grossem Applaus gefeiert.

YB macht Druck, St. Gallen hält dagegen

Die Berner starten engagiert in die Partie und übernehmen schnell die Kontrolle. In der Innenverteidigung stehen wie schon im Cup gegen Taverne Moritz Jenz und Cédric Zesiger. Bahereba Guirassy darf nach seinem Einsatz von Beginn an im Tessin nun erstmals auch in der Meisterschaft von Anfang an ran.

YB hat mehr Ballbesitz und versucht immer wieder, die Abwehr der Ostschweizer zu knacken. St. Gallen steht jedoch kompakt und macht es den Bernern schwer. In der 10. Minute kommt Guirassy nach einer schönen Kombination und einer Hereingabe von Christian Fassnacht zur besten Chance der ersten Halbzeit, verpasst aber die Führung.

Auch danach bemüht sich YB, findet gegen die gut organisierte Defensive aber kaum entscheidende Lücken. So geht es mit einem 0:0 in die Pause. Immerhin steht die eigene Abwehr sicher: Torhüter Marvin Keller muss in der ersten Halbzeit kaum eingreifen.

Essende bringt YB auf Kurs

Nach dem Seitenwechsel bleibt YB am Drücker. In der 51. Minute bietet sich Samuel Essende eine gute Möglichkeit, nachdem er von Fassnacht lanciert worden ist. St. Gallens Torhüter Lawrence Ati Zigi reagiert jedoch stark und verhindert den Rückstand.

Die Berner geben nicht auf und werden für ihren Einsatz belohnt. In der 59. Minute bringt Edimilson Fernandes den Ball zur Mitte, wo Essende mit dem Kopf zur Stelle ist und das 1:0 erzielt. Für den 28-Jährigen ist es bereits das zwölfte Meisterschaftstor.

Guirassy legt nach

Nach der Führung schaltet YB keineswegs einen Gang zurück. Guirassy hat in der 62. Minute zunächst Pech, als sein Abschluss nur am Pfosten landet. Lange muss er aber nicht auf seine nächste Chance warten.

Zwei Minuten später kommt Jenz zum Abschluss, scheitert jedoch an Zigi. Der Abpraller landet direkt vor Guirassys Füssen, und dieser lässt sich die Gelegenheit nicht entgehen. In der 64. Minute trifft er zum 2:0 und darf seinen ersten Treffer im YB-Trikot feiern.

Damit haben sich die Berner für ihren Aufwand belohnt und bringen sich in eine gute Ausgangslage für die Schlussphase.

Rote Karte sorgt für Diskussionen

Vor 24’266 Zuschauenden scheint YB alles im Griff zu haben. Dann wird es doch noch einmal hektisch. Nach einem Zweikampf zwischen Edimilson Fernandes und Lukas Görtler schaltet sich der VAR ein. Schiedsrichter Lukas Fähndrich schaut sich die Szene am Bildschirm an und zeigt Fernandes anschliessend die Rote Karte.

Der Entscheid sorgt für Unverständnis, denn die Berner können ihn nur schwer nachvollziehen. Auch Görtler selbst sieht die Situation weniger dramatisch und sagt nach dem Spiel: «Ich hätte Gelb auch okay gefunden.»

Zesiger verhindert den Anschlusstreffer

Mit einem Mann weniger muss YB die letzten Minuten überstehen. St. Gallen nutzt die Überzahl, um mehr Druck aufzubauen. Die Berner halten jedoch dagegen und verteidigen ihren Vorsprung mit viel Einsatz.

In der 84. Minute wird es nochmals gefährlich: Chima Okoroji kommt zum Abschluss und scheint den Anschlusstreffer zu erzielen. Doch Captain Cédric Zesiger ist zur Stelle und klärt den Ball auf der Linie. Damit bewahrt er sein Team vor einer heissen Schlussphase. YB lässt sich den Sieg nicht mehr nehmen und gewinnt verdient mit 2:0. Damit bleiben die Berner auch nach elf Meisterschaftsrunden ungeschlagen.

Als Nächstes wartet der FC Zürich

Viel Zeit zum Durchatmen bleibt den Bernern nicht. Bereits am Sonntag, 1. November, steht das nächste Heimspiel in der Brack Super League an. Im Wankdorf empfängt YB den FC Zürich. Anpfiff ist um 14 Uhr.