Die Young Boys sahen in Lausanne lange wie der sichere Sieger aus. Nach Toren von Cédric Zesiger und Dominik Pech führten die Berner bis in die Schlussphase mit 2:0. Obwohl YB nach dem Platzverweis gegen Edimilson Fernandes mehr als eine halbe Stunde in Unterzahl spielte, schien der Sieg zum Greifen nah. Doch Lausanne kam spät zurück und rettete sich noch zum 2:2. Gleichzeitig vermeldete YB mit Kaly Sène einen neuen Mann für die Offensive.
YB führt, Lausanne bleibt dran
Die erste Halbzeit verlief zunächst ausgeglichen. Beide Teams standen defensiv kompakt und liessen nur wenige Chancen zu. YB fand lange kaum Räume, während Lausanne ebenfalls nicht wirklich gefährlich wurde.
Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild schnell. In der 48. Minute brachte Alvyn Sanches einen Corner zur Mitte, wo Cédric Zesiger am höchsten stieg und zum 1:0 einköpfte. Wenig später hatte Joël Monteiro sogar das zweite Tor auf dem Fuss, scheiterte aber an der Lausanner Defensive.
Kurz darauf wurde es für YB unangenehm. Edimilson Fernandes sah nach einem unglücklichen Einsteigen gegen Karim Sow die Rote Karte. Die Berner mussten damit mehr als 30 Minuten mit zehn Mann auskommen.
Pech sorgt für das 2:0
Trotz der Unterzahl liess sich YB zunächst nicht aus der Ruhe bringen. In der 75. Minute setzte Dominik Pech zu einem starken Solo an. Der Tscheche eroberte den Ball in der eigenen Hälfte, spielte sich nach vorne und schloss seinen Angriff selbst zum 2:0 ab.
Eigentlich schien die Partie damit entschieden. Doch Lausanne gab nicht auf. Nur zwei Minuten später verkürzte Florent Mollet auf 1:2. YB geriet nun immer stärker unter Druck.
In der 89. Minute war es schliesslich Nathan Butler-Oyedeji, der den Ausgleich erzielte. Und beinahe wäre für Lausanne sogar noch mehr drin gewesen. In der Nachspielzeit verhinderte Marvin Keller mit einer starken Parade gegen Omar Janneh den möglichen Siegtreffer.
Fassnacht zurück im YB-Aufgebot
Für Christian Fassnacht war die Partie gleichzeitig eine besondere. Nach seiner Teilnahme an der Weltmeisterschaft stand er erstmals wieder im Aufgebot der Berner. Er kam bereits in der 37. Minute ins Spiel, nachdem sich Kastriot Imeri am Oberschenkel verletzt hatte.
Fassnacht wollte sich trotz des späten Ausgleichs nicht lange über den verlorenen Sieg ärgern. «Wir befinden uns auf einem positiven Weg. Dieses Unentschieden wird uns nicht aus dem Konzept bringen», sagte er nach dem Spiel.
Sène kommt nach Bern
Während YB in Lausanne zwei Punkte liegen liess, konnte der Klub abseits des Platzes einen Neuzugang bekannt geben. Kaly Sène wechselt vom englischen Championship-Klub Middlesbrough zu den Bernern und unterschreibt einen Vertrag über vier Jahre.
Der 25-jährige Senegalese kennt den Schweizer Fussball bestens. Er spielte unter anderem für Basel, GC und Lausanne. Bei Lausanne kam Sène in 79 Spielen auf 25 Tore. In der vergangenen Saison stand er bei Middlesbrough unter Vertrag und absolvierte 28 Partien.
Mit seiner Schnelligkeit und seinem Zug in die Tiefe soll Sène der YB-Offensive zusätzliche Möglichkeiten geben. Christoph Spycher und Mathieu Beda versprechen sich viel vom neuen Angreifer.
Nach dem bitteren 2:2 in Lausanne richtet sich der Blick bei YB damit bereits wieder nach vorne. Mit Sène steht künftig eine weitere Option für die Offensive zur Verfügung.

