Die Young Boys geraten gegen Lugano früh in Rückstand, drehen die Partie noch vor der Pause und müssen sich am Ende mit einem 2:2 begnügen. Gegen den starken Leader zeigt die Mannschaft von Gerry Seoane eine engagierte Leistung und nimmt einen verdienten Punkt aus dem Tessin mit.
Lugano nutzt die erste Chance
Sechs Spiele, sechs Siege und nur vier Gegentore. Der FC Lugano ist beeindruckend in die Meisterschaft gestartet. In der neuen AIL Arena tritt der Leader entsprechend selbstbewusst auf. YB-Trainer Gerry Seoane hatte vor dem Anpfiff einen disziplinierten Auftritt gefordert. Doch seine Mannschaft wird früh kalt erwischt.
Nach einem Corner gelingt es den Bernern nicht, den Ball aus der Gefahrenzone zu bringen. Daniel Dos Santos reagiert am schnellsten und trifft bereits in der 2. Minute mit einem präzisen Schuss zum 1:0.
Lugano bleibt in der Anfangsphase gefährlich. Anto Grgic trifft mit einem Distanzschuss den Pfosten (14.), wenig später lenkt Marvin Keller einen Abschluss von Hannes Delcroix mit einem starken Reflex ebenfalls an den Pfosten (23.). YB hat durch Alvyn Sanches zwar eine gute Möglichkeit (15.), findet aber zunächst nur schwer ins Spiel.
Essende und Fassnacht wenden das Blatt
Mit zunehmender Spieldauer kommen die Berner besser in die Partie. Nach 28 Minuten sorgt eine schöne Kombination für den Ausgleich: Stefan Bukinac flankt von links, Christian Fassnacht legt den Ball per Kopf für Samuel Essende auf. Der Angreifer bleibt ruhig und erzielt das 1:1, bereits seinen achten Meisterschaftstreffer. Für Fassnacht ist die Vorlage ein kleines Jubiläum: Es ist sein 50. Assist während seiner YB-Zeit.
Der Ausgleich verändert das Spiel. YB tritt nun entschlossener auf und kommt zu weiteren Chancen. Essende zwingt David von Ballmoos in der 41. Minute zu einer Parade, zwei Minuten später verpasst Fassnacht die Führung nur knapp.
Kurz vor der Pause belohnen sich die Berner dann doch noch. Armin Gigovic bringt den Ball in den Strafraum, Alvyn Sanches versucht es mit einem spektakulären Fallrückzieher. Von Ballmoos kann nur abwehren – direkt vor die Füsse von Fassnacht. Der YB-Routinier lässt sich nicht zweimal bitten und trifft in der 45. Minute zum 2:1.
YB verteidigt die Führung
Nach der Pause muss Gerry Seoane bereits wechseln. Isaac Schmidt verspürt Adduktorenprobleme und wird durch Lewin Blum ersetzt.
In der mit 8’029 Zuschauenden ausverkauften AIL Arena präsentiert sich YB über weite Strecken stabil. Die Berner stehen kompakt, arbeiten aufmerksam gegen den Ball und lassen Lugano nur selten gefährlich werden. In der 58. Minute bietet sich sogar die Chance auf das 3:1, doch Antonios Papadopoulos blockt den Schuss von Alan Virginius im letzten Moment.
Lugano erhöht gegen Ende der Partie den Druck. YB hält lange dagegen, doch eine gefährliche Aktion reicht dem Leader, um wieder auszugleichen.
Ajeti trifft zum 2:2
Nach einer Hereingabe von Dereck Moncada lenkt der eingewechselte Albian Ajeti den Ball ins Tor. Das 2:2 ist aus Berner Sicht ärgerlich, denn lange Zeit hatte die Mannschaft die Partie gut im Griff.
«Wenn man 2:1 führt und in der zweiten Halbzeit nicht viel zulässt, ist es bitter, noch den Ausgleich zu kassieren», sagt Sandro Lauper. Gleichzeitig bleibt er realistisch: «Die Partie hätte auf beide Seiten kippen können. Alles in allem ist es aufgrund der Spielanteile ein gerechtes Ergebnis.»

