TV Brig Glis: Du sollst nicht Sündigen

Der Turnverein Brig Glis stand in seinen Gründungsjahren unter der Obhut von Vater, Sohn und dem Heiligen Geist.

Bild: Archiv

In weniger als zwei Stunden gelangt man von der Gemeinde Brig Gllis nach Zermatt, Chamonix, Stresa oder Interlaken. Glis und Brigerbad, die seit 1973 gemeinsame Wege gehen, prägen mit ihren lokalen Eigenheiten und reizvollen Kontrasten den unverwechselbaren Charakter der heutigen Stadtgemeinde Brig-Glis.

Seit 1945 verfügt die damalige Pfarrei über Turngruppe. Diese hatte aber auf vereinsinterner Ebene keine Bedeutung, sondern war als solche eigentlich nur eine Untergruppe der Marianischen Kongregation und diente den sportbegeisterten Töchtern als körperliche Betätigung.

Sister Act
1946 hatte Petrus dann wohl ein Einsehen, denn die Frauen wurden in den Verband der Schweizerischen katholischen Turnerinnen aufgenommen.  An Wettkampfsport wagte man aber nicht, zu denken. Die bischöflichen Weisungen waren ganz klar. Die Frau durfte sich nicht herablassen, mit nur einem Turnkleid angetan, in der Öffentlichkeit aufzutreten. Das bischöfliche Ordinariat von Basel gab sogar ganz klare Weisungen über die Art des Turnkleides ab.

Im Namen des Heiligen Geistes
Das Bestehen dieses Turnvereins in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen wurde und meist nur Insidern bekannt war. 1957 wurde Brig zu einer eigenen Pfarrei. In Glis war man nun der Meinung, dass diese Trennung auch zu einem Eigenleben des Turnvereins, der sich ja immer noch als Standesverein verstand, führen müsste.

Religiöse Schulungen
Gegründet wurde der VKT Glis dann im Jahr 1957. Die Turnerinnen von Glis schlossen sich zu einem eigenen Verein zusammen. Anfänglich waren es 25 Mitglieder. Die ersten Jahre des VKT Glis waren vorwiegend nach innen gerichtet. Grosser Wert wurde sofort der Leiterinnenausbildung beigemessen. Die geistige und religiöse Schulung geschah durch Grundsatzreferate an Versammlungen, Kursen, Bildungstagen und Bildungswochen.

Eine moralische Angelegenheit
Das Rollenbild der Frau war dazumal noch eng; die Angst, mit der Befreiung des Körpers durch Turnen könne auch die Moral sinken, war weitverbreitet. Deshalb wirkten die Turnerinnen im Stillen sicherlich mit ebenso viel Freude und Eifer wie heute.

 

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