FC Zürich: Ernüchterung gegen Thun

Die erste Meisterschaftshälfte war für den FC Zürich eine grosse Enttäuschung. Der Klub hat deshalb in der Winterpause sein Team kräftig durcheinandergewirbelt. In die Rückrunde ist der FCZ  dennoch gut gestartet. Das Team von Urs Fischer liegt mit 26 Punkten aus 20 Spielen im Mittelfeld der Tabelle auf dem 6. Rang.

Zuletzt allerdings kam der FC Zürich zuhause gegen Thun nicht über ein 1:1-Unentschieden hinaus. Der Brasilianer Pedro Henrique kam in der ersten Halbzeit zu seiner Torpremiere für die Zürcher, doch Marco Schneuwly glich für die Berner Oberländer aus. Damit beträgt der Rückstand des FCZ auf den für einen internationalen Wettbewerb berechtigenden 3. Rang weiterhin 8 Punkte. Doch Torhüter Johnny Leoni meinte optimistisch: «Die Qualifikation für die Europa League ist unser Ziel. Wir werden alles daran setzen, damit dies gelingt.»

Intensive Transferphase nach schwacher Hinrunde
In der Hinrunde lief es beim FCZ nicht wie gewünscht. Der letztjährige Vizemeister sorgte meist für negative Schlagzeilen; einige Fanchaoten «glänzten» bei Spielen auf nationaler und europäischer Ebene mit unrühmlichen Pyro-Vorstellungen und auf dem Fussballplatz zeigte die Mannschaft meist schwache Leistungen. Präsident Ancillo Canepa (Bild) und Sportchef Fredy Bickel nutzten die Transferphase im Winter deshalb dazu, die Mannschaft massiv umzukrempeln. Bis Ende Saison spielt YB-Defensivmann Scott Sutter (25) leihweise bei den Zürchern. Nicht wie geplant erst im Sommer, sondern schon im Januar stiess der Aarauer Aussenverteidiger Loris Benito (20) zum FCZ. Der Neffe von YB-Ersatzgoalie Ivan Benito kann aber noch nicht spielen, da er sich von einem Wadenbeinbruch erholen muss. Zudem holte man den Berner Oberländer Mittelfeldspieler Stefan Glarner (25) von Sion. Vom serbischen Klub Borca kam der montenegrinische Mittelfeldspieler Asmir Kajevic (21) zum FCZ – er fällt aber noch verletzt aus. Des Weiteren verpflichtete man zwei brasilianische Offensivkräfte: den 21-jährige Mittelfeldspieler Pedro Henrique (spielte zuletzt in seiner Heimat bei Ser Caxias) sowie  den Namensvetter eines bekannten italienischen Schmusesängers, den 23-jährigen Stürmer Rafael Ramazotti (vom japanischen Klub Fukuoka). Er hat aber Trainingsrückstand und wurde noch nicht eingesetzt.

Kann der Substanzverlust kompensiert werden?
Trainer Urs Fischer muss nun eine Mannschaft aufbauen, die wieder in der Spitze mitspielen kann. Das wird sicherlich Zeit brauchen, denn der FCZ musste einen grossen Substanzverlust hinnehmen. Ob die Neuzugänge über dieselbe Qualität verfügen, ist noch ungewiss. Die Teamstützen Admir Mehmedi, Ricardo Rodriguez, Dusan Djuric, Xavier Margairaz und Alexandre Alphonse haben den Klub verlassen. Der französische Stürmer Alphonse verliess Zürich in Richtung Bretagne zum französischen Erstligaklub Brest. Auch der schwedische Mittelfeldspieler Dusan Djuric spielt jetzt in der Ligue 1 (bei Valenciennes). Margairaz wechselte nach sechs Jahren in Zürich zum FC Sion. Der 20-jährige Natistürmer Mehmedi spielt nun beim ukrainischen Spitzenklub Dynamo Kiew. Zudem wechselte das Zürcher Verteidigungsjuwel Rodriguez (19) zum VfL Wolfsburg. Erst auf die nächste Saison hin kommt der 25-jährige Goalie David Da Costa (momentan noch bei Thun). Er unterschrieb einen Vertrag bis 2017. Für ihn ist es eine Rückkehr zu seinen fussballerischen Wurzeln – er absolvierte seine Juniorenzeit beim FCZ und kehrt wieder zu seinem Stammklub zurück. Die aktuelle Zürcher Nummer 1 im Tor, Johnny Leoni, wechselt im Sommer zu Omonia Nikosia (Zyp). Ersatzgoalie Davide Guatelli hingegen verlängerte beim FCZ bis 2013.

(Bild: Archiv)

J. B. / L. B. 

 

 
 
 

 

 

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 20. Februar 2012 um 13:41 Uhr