
Fifa Ballon d‘Or: der Zauberfloh ganz gross
Lionel Messi gewann zum dritten Mal den «Fifa Ballon d’Or» und somit den Titel des Weltfussballer des Jahres. Der kleingewachsene Argentinier liess seinen Konkurrenten Xavi und Cristiano Ronaldo keine Chance. Als bester Trainer wurde Barcelona-Coach Pep Guardiola ausgezeichnet.
Am 9. Januar 2012 lud die Fifa zusammen mit «France Football» zur Wahl des Weltfussballers des Jahres. Im Zürcher Kongresshaus war die Crème de la Crème des Fussballs anwesend. Für die aktuellen und die ehemaligen Stars wurde der rote Teppich ausgerollt. Hunderte von Fans warteten gespannt auf das Eintreffen von Messi, Xavi, Pélé, Beckenbauer oder Blatter. Neben der Fussballelite waren aber auch zwei Grössen der Pop-Szene vor Ort. Der Barcelona-Verteidiger Piqué kam in Begleitung seiner bildhübschen Freundin, der Sängerin Shakira und James Blunt sang an der Gala seinen wohl grössten Hit «Stay the Night». An der von Kay Murray und Ruud Gullit moderierten Show sorgte zusätzlich noch die Schweizer Band TinkaBelle für musikalische Unterhaltung.
Messi zum Dritten
Wenig überraschend wurde der Argentinier Lionel Messi zum dritten Mal in Folge als Weltfussballer des Jahres ausgezeichnet. Das offensive Multitalent des FC Barcelona setzte sich klar vor seinen zwei Konkurrenten Cristiano Ronaldo und Xavi durch. Bei seiner Dankesrede sagte er: «Ich möchte diesen Preis mit meinem Teamkollegen und Freund Xavi teilen. Es ist toll, mit solch einem tollen Fussballer zu spielen.» Nominiert zur besten Fussballerin der Welt waren drei Spielerinnen – die Brasilianerin Marta, die Japanerin Homare Sawa und die Amerikanerin Abby Wambach. Nachdem die letzten fünf Auszeichnungen an Marta gingen, gewann in diesem Jahr Homare Sawa den prestigeträchtigen Preis. Sie nahm die Auszeichnung in einem traditionellen Kimono entgegen. Als Captain der japanischen Frauen-Nati wurde sie im vergangenen Jahr Weltmeister. Auch bei der diesjährigen Ausgabe der Gala wurden die besten Trainer des Männer- und Frauenfussballs geehrt. Die Titel gingen an den Barcelona-Trainer Pep Guardiola sowie an den japanischen Frauen-Coach Norio Sasaki. Der Fifa-Fairplay Award ging an das japanische Weltmeister-Team der Frauen. Der Brasilianer Neymar erhielt die Puskás Trophäe für das schönste Tor im Spiel seines Teams FC Santos gegen Flamengo im Juli 2011. Der Fifa Presidental Award ging an Sir Alex Ferguson, dem Trainer von Manchester United. Er wurde damit für sein Lebenswerk geehrt. Und auch in diesem Jahr wurden die elf besten Spieler der Welt ausgezeichnet. Das Team besteht diesmal aus Iker Casillas, Nemanja Vidic, Gerard Piqué, Daniel Alves, Sergio Ramos, Andres Iniesta, Xavi, Xabi Alonso, Lionel Messi, Wayne Rooney und Cristiano Ronaldo.
Besondere Ehre
Vor der Live-Show ehrte Fifa-Präsident Sepp Blatter den 31-jährigen italienischen Serie-B Spieler Simone Farina für seine Charakterstärke. Im vergangenen Jahr erhielt er von der Wettmafia ein Bestechungsangebot in der Höhe von 200 000 Euro. Er hätte für diese Summe dafür sorgen sollen, dass sein Team, die AS Gubbio, im Cup-Spiel gegen den Serie-A-Klub Cesena verlieren sollte. Er ging nicht aufs Angebot ein und meldete dies der Polizei und dem italienischen Fussballverband. Darauf konnten 17 Personen verhaftet werden. Er sehe sich nicht als Held, sagte Farina im Vorfeld des «Fifa Ballon d‘Or». Er habe lediglich nach seinem Gewissen gehandelt. Blatter sagte dazu in den Medien: «Farina repräsentiert all das, wofür wir kämpfen: den sauberen, den fairen, den ehrlichen Sport. Mit seinem Mut hat Farina nicht nur seine Würde verteidigt, sondern die Würde von uns allen.» Cesare Prandelli, der Nationalcoach der «Squadra Azzurra», liess sich ein besonderes Dankeschön einfallen. Farina wurde für das dreitägige Trainingslager der italienischen Nati vor ihrem Freundschaftsspiel gegen die USA am 29. Februar eingeladen.
Messi einer der ganz Grossen
Mit seinem «Hattrick» als Weltfussballer des Jahres ist der erst 24-jährige Lionel Messi praktisch auf dem Gipfel des Fussball-Olymps angelangt. Der «Picasso des runden Leders» gewann zwar die olympische Goldmedaille mit Argentinien, doch der Weltmeistertitel fehlt ihm noch. Sollte er noch Weltmeister werden, hat Messi alles erreicht, was man als Fussballer erreichen kann. Dann wird man mit gutem Gewissen sagen können, er sei der grösste Fussballer aller Zeiten. Der nur 1,69 Meter grosse Messi ist aus der Sicht von vielen Experten aber jetzt schon mindestens auf Augenhöhe mit Pelé und Maradona angelangt. Er wuchs unter ärmlichen Verhältnissen in der drittgrössten argentinischen Stadt Rosario auf. Sein Vater Jorge war Fabrikarbeiter, seine Mutter Celia Maria Putzfrau. Als Lionel 13 Jahre alt war, wanderte er mit seinen Eltern nach Barcelona auf. Auf Grund einer Wachstumsstörung war er damals lediglich 1,40 Meter gross. Messi spielte schon früh gerne Fussball, also wandten sich seine Eltern an den FC Barcelona, mit der Bitte, ob er dort ein Probetraining absolvieren könne. Der damalige Jugendtrainer war dermassen begeistert vom talentierten Teenager, dass er Messi seinen ersten Vertrag auf einer Serviette unterschreiben liess. Messi bezog bei den Katalanen ein kleines Gehalt und der Klub übernahm auch die Kosten für die Behandlung seiner Wachstumstörung. Im Oktober 2004 debütierte er mit 17 Jahren in der ersten Mannschaft. Messi entwickelte sich schon bald zum Star des Teams und verzaubert die ganze Welt mit seiner überragenden Technik, seinen Kabinettstücken und seinen unzähligen Torerfolgen. Wenn er gesund bleibt, wird er den Fussball auch in den nächsten Jahren stark prägen.
(Bild: Lucas Berbig)
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