Gemeinde Derendingen: gleich alt wie die Schweiz

Anno 1291 wurde nicht nur die Schweizerische Eidgenossenschaft gegründet, sondern auch die Gemeinde Derendingen. Zumindest wurde der Solothurner Vorort in diesem Jahr erstmals schriftlich erwähnt. Heute ist Derendingen ein industriell geprägtes Dorf mit rund 6200 Einwohnern.

Die Witwe des Ritters von Oenz hatte ihre Güter in «Dherendingen» dem Kloster St. Urban verkauft und dies in einer Urkunde festgehalten. Weil es das erste Dokument ist, in dem der Ortsname schriftlich erwähnt wurde, gilt 1291 als offizielles Gründungsjahr der Gemeinde. Derendingen liegt im dicht besiedelten Bezirk Wasseramt, rund vier Kilometer südöstlich des Kantonshauptorts Solothurn. In alten Zeiten lebte die Dorfbevölkerung vor allem von der Landwirtschaft. Mit der vor 150 Jahren beginnenden Industrialisierung veränderte sich das Ortsbild markant. Heute haben Firmen unterschiedlichster Tätigkeitsbereiche ihren Standort in Derendingen. Anfang des 20. Jahrhunderts bot die Textilindustrie die meisten Arbeitsplätze – die Kammgarnspinnerei beschäftigte bis zu 1100 Menschen und produzierte jährlich 760 Tonnen Garn.1987 musste der Betrieb seine Pforten mangels Rentabilität schliessen. Für die Mitarbeiter wurde in den besten Tagen gar ein eigenes Quartier gebaut, das «Elsässli». Dieses Relikt aus der Vergangenheit steht heute unter Denkmalschutz. Entlang des Emmekanals wurde ein Industrielehrpfad eingerichtet, dort können die historischen Fabrikgebäude besichtigt werden.

Reichhaltiges Vereinsleben
Derendingen wird von einem Gemeinderat regiert; aktueller Präsident ist Kuno Tschumi (FDP). Der Solothurner Vorort verfügt über ein reichhaltiges Vereinsleben und zahlreiche Sport- und Freizeitangebote für die Bewohnerinnen und Bewohner. So gibt es im Ort beispielsweise eine Tennishalle, ein Schwimmbad und sogar Boccia- und Minigolfanlagen. Auch die Musikgesellschaft erfreut sich grosser Beliebtheit. Lokale Sehenswürdigkeiten sind unter anderem die 1578 erbaute Allerheiligen-Kapelle oder ein altehrwürdiger Bauernhof namens «Aebi-Haus». (Bild: D. M. Weidmann)

J. B.
 

 
 
 

 

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 15. Mai 2012 um 17:06 Uhr