FC Basel: Punkteteilung im Spitzenkampf 

Aufgrund des unbespielbaren Terrains in Lausanne hatte Titelverteidiger Basel vor dem Spitzenkampf gegen die Berner Young Boys erst ein Pflichtspiel in den Beinen. Im Stade de Suisse gelang es Leader Basel, der zweimal in Rückstand geriet, durch den 2:2-Ausgleich in der Nachspielzeit seinen Abstand auf die ersten Verfolger in der Super League zu wahren. Nun gilt die Basler Konzentration auf die europäische Königsklasse. Der 20-jährige Offensivspieler Xherdan Shaqiri wird dabei auf seinen nächsten Arbeitgeber treffen. Der FC Bayern München ist im ausverkauften St.-Jakob-Park zu Gast und fordert Basel im Achtelfinal der Champions League.

Der Anfang Saison selbsternannte Titelaspirant YB spielte gegen den FC Basel auf Augenhöhe. Vor allem in der ersten Halbzeit waren die Berner das bessere Team und dominierten das Geschehen auf dem Platz. Der argentinische Neuzugang Raul Bobadilla, der aus der Bundesliga von Borussia Mönchengladbach kam und davor bei den Grasshoppers spielte, war steter Unruhestifter für die Basler Verteidigung und provozierte einen Handspenalty. Christoph Spycher verwandelte in der 32. Minute sicher zur 1:0-Führung. In der zweiten Halbzeit steigerten sich die Basler markant und kamen in der 71. Minute durch das produktivste Sturmduo der Liga zum Ausgleich. Alex Frei flankte auf Captain Marco Streller, der mit seinem 8. Saisontreffer nun alleiniger Verfolger seines Copains mit 11 Toren ist. Das Goal zum vermeintlichen dritten Sieg im dritten Spiel der Rückrunde für YB schoss der kurz zuvor eingewechselte Moreno Costanzo (76. Minute). In der Nachspielzeit wurden die Berner Hoffnungen auf ein Aufrücken zum Leader aber jäh zerschlagen. Valentin Stocker, ebenfalls eingewechselt und nach langer Verletzungspause zurück, nahm einen Rückpass von Markus Steinhöfer gekonnt an und verwertete zum 2:2-Schlussstand. FCB-Coach Heiko Vogel bleibt in der nationalen Meisterschaft somit weiter unbezwungen. Erste Verfolger der Basler bleiben nach der vorgezogenen Partie weiter die Berner Young Boys mit sechs Punkten Rückstand und einem Spiel mehr auf dem Konto. Punktegleich mit den Bernern liegen die Luzerner auf dem 3. Rang. Der FC Luzern als Vize-Wintermeister kam in Lausanne nicht über ein 0:0 hinaus.

Die Geduld von Shaqiri auf den richtigen Klub  
Während der Winterpause musste beinahe ein ganzer Tropenwald abgeholzt werden, um das nötige Papier zu produzieren, das mit Transfergerüchten rund um den FC Basel beschrieben wurden. Thorsten Fink (Hamburger SV) machte noch nie ein Geheimnis daraus, dass der 19-jährige Granit Xhaka sein Wunschkandidat ist und er seinen ehemaligen Mittelfeldakteur nachholen will. Jung und Alt – so z.B. Fabian Frei oder Marco Streller – waren in ganz Europa Thema. Die Erfolge in der Champions League haben für Aufsehen gesorgt. Die Vereinsführung versuchte während des offenen Transferfensters die Ruhe zu wahren und sagte klar, dass man grundsätzlich keine Spieler abgeben wolle. Geblieben sind nun vorerst alle zur Debatte gestandenen Spieler. Der FCB-Trumpf für die Rückrunde heisst Champions League. Nur die Wenigsten wollen die Gelegenheit verpassen, gegen Bayern München vor grossem Publikum zu spielen. Und eben diese Bayern haben sich nun ein Basler Juwel für die nächste Saison geholt. Trotz verlockenden Angeboten in Millionenhöhe, vor allem aus Osteuropa, hatte Xherdan Shaqiri (Bild) die Geduld, auf das richtige Angebot und vor allem auf den richtigen Klub zu warten. Der deutsche Rekordmeister verpflichtet Shaqiri ab Sommer für vier Jahre und hat ihn sicher nicht für die Bank geholt .

Der grosse Auftritt steht vor der Tür
Mit der nationalen Meisterschaft, dem Schweizer Cup und der europäischen Königsklasse lassen sich im Terminkalender eines Basler Fans wohl nicht mehr viele leere Seiten finden. Der FCB tanzt noch immer auf allen möglichen Hochzeiten. Nach zwei Rückrundenspielen befinden sich die «Bebbi» als Leader auf direktem Kurs zur erfolgreichen Titelverteidigung. Im Viertelfinal des Schweizer Cups sind die Basler mit einem Heimspiel gesegnet und erhielten mit dem FC Lausanne-Sport keinen übermächtigen Gegner zugelost (21. März). Dunkelrot wird es im «Datenmerkbüchlein» schon sehr bald. Am 22. Februar und im 3. Pflichtspiel des neuen Jahres steht das grosses Highlight an. Zu Hause empfängt man im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League den FC Bayern München (Rückspiel am 13. März). Das Heimspiel ist seit dem 31. Januar ausverkauft. Mit den gezeigten Leistungen in der europäischen Königsklasse darf man aus Basler Sicht guten Mutes auf das bevorstehende Duell gegen den «FC Hollywood» aus München blicken. Denn mit dem erarbeiteten Selbstvertrauen auf internationalem Parkett ist auch gegen den auf den 3. Rang der Bundesliga abgerutschten und nicht mehr ganz so überzeugenden Traditionsklub eine Überraschung möglich. Zuletzt spielte das Star-Ensemble der Bayern auswärts gegen Tabellenschlusslicht Freiburg nur 0:0. Das Kader von Basel ist zusätzlich auch wieder breiter abgestützt. Beim Test gegen Lausanne, als Ersatz für das Meisterschaftsspiel, gab der Ivorer Gilles Yapi nach langer Verletzungspause sein Comeback und zeigte sich in sehr guter Verfassung und auch Valentin Stocker hat sich mit dem wichtigen Tor gegen YB eindrücklich auf dem Rasen zurückgemeldet. In einer besonderen Situation wiederfinden wird sich gegen die Bayern natürlich Xherdan Shaqiri. (Bild: FC Basel 1893)

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Zuletzt aktualisiert am Montag, den 20. Februar 2012 um 14:23 Uhr