EHC Biel: von Servette überholt

Der EHC Biel ist diese Saison weiterhin auf gutem Weg, erstmals seit 1993 die NLA-Playoffs zu erreichen. Doch erlitten die Seeländer zuletzt einen kleinen Rückschlag und verloren zweimal in Folge. Momentan liegt die Mannschaft von Erfolgstrainer Kevin Schläpfer mit 62 Punkten aus 46 Spielen auf dem 9. Platz, einen Zähler hinter Servette.

Zuletzt verlor Biel im Kantonalderby auswärts in Bern mit 0:4. Gleichzeitig besiegte Servette, der härteste Gegner im Kampf um die Playoffqualifikation, Fribourg und verdrängte die Schläpfer-Truppe vom 8. Platz. Doch haben die Bieler nach wie vor grosse Chancen auf den ersten Einzug in die Playoffs nach fast 20 Jahren. Nach der Länderspielpause stehen  5 Qualifikationsspiele auf dem Programm - die Schlussphase verspricht höchste Spannung. Vorteilhaft ist, dass Biel in den Direktbegegnungen gegen Servette eine positive Bilanz aufweist und somit bei einem identischen Punktestand die Nase vorn hätte.

Starke Defensive als Erfolgsrezept
Sehr wichtig bleibt aber, dass Biel zu seiner grossen Nervenstärke und der Abgeklärtheit in der Defensive zurückfindet. Nur selten begeisterten sie mit attraktivem Eishockey, die Effizienz vor dem Tor liess zu wünschen übrig. Lediglich 103 Goals stehen auf dem Bieler Konto. Mit 8 Toren und 20 Assists ist Alain Miéville bester Skorer des Teams. Miéville wird den Klub jedoch verlassen und ab nächster Saison bei Ambri spielen. Die Tessiner konnten dem Romand einen höheres Salär bieten. Biel hat mit neun Millionen eines der kleinsten Budgets der Liga und kann sich daher keine grossen Sprünge erlauben, so leider auch in diesem Fall nicht. Doch Trainer Kevin Schläpfer ist es trotzdem gelungen, aus dem eher bescheidenen Kader eine Mannschaft zu formen, die auch gegen Spitzenteams besteht. Als Lohn wurde Schläpfers Vertrag jüngst bis 2014 verlängert. Bis Saisonende verpflichtete Biel den tschechischen Stürmer Martin Chabada (34). Er war zuletzt beim slowakischen KHL-Klub Lev Poprad unter Vertrag, erzielte in 32 Spielen aber nur drei Tore. Ob er eine Verstärkung darstellt, ist daher zweifelhaft. Seinen Rücktritt per Ende Saison hat der 36-jährige kanadische Stürmer Sébastien Bordeleau erklärt. Er kehrt mit seiner Familie nach Kanada zurück. Bordeleau war insgesamt zehn Jahre in der NLA aktiv und spielte seit 2009 bei Biel. Für die nächste Saison hat der Klub bereits die Stürmer Steve Kellenberger (Kloten) und Jeffrey Füglister (Visp) sowie Verteidiger Dario Trutmann (19) geholt. Letzterer spielte zuletzt in Nordamerika beim OHL-Klub Plymouth Whalers und ist Captain der Schweizer U20-Nati.

Dreifacher Schweizer Meister
Der EHC Biel erlebte seine goldenen Zeiten vor 30 Jahren. 1978, 1981 und 1983 feierte der Klub jeweils den Gewinn der Schweizer Meisterschaft. Eine wichtige Rolle bei Biel spielte damals der heutige deutsche Nationaltrainer Köbi Kölliker. Als Kultfigur und Verteidiger trug er entscheidend zu den Erfolgen bei. Am 9. Januar 2012 musste der Klub eine Hiobsbotschaft entgegennehmen. Der damalige Captain Aldo Zenhäusern verstarb im Alter von 60 Jahren an einem Herzinfarkt. Biel spielte bis 1994 in der NLA. Doch nach dem Ausstieg von Mäzen Willy Gassmann im selben Jahr stieg man in die NLB ab und musste lange mit grossen finanziellen Problemen kämpfen. Erst 2007 schafften die Seeländer die langersehnte Rückkehr in die oberste Liga. Das höchste der Gefühle waren seither jedoch «nur» zwei neunte Plätze in den zwei letzten Saisons.

(Bild: EHC Biel) 

J. B.



  

 
 
 
 
 

 

 

 

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 08. Februar 2012 um 10:15 Uhr