Nina Burri: Mehr als nur eine Schlangenfrau

Hakan Aki

Nina Burri: Schlangenfrau, Model und Schauspielerin. Die Bernerin, die vor Kurzem ihren 40. «Geburi» feierte, ist eines der «grössten Schweizer Talente» in Sachen Körperbeherrschung.

Bild: Daniel Christ

Viele kennen Nina Burri als die Schlangenfrau aus der ersten Staffel der Castingshow «Das Schweizer Supertalent.» Burri ist mehr als nur die Schlangenfrau, die sich verrenkt. Die Bernerin ist ausgebildete Tänzerin und hat dies auch über zehn Jahre auf den Brettern, welche die Welt bedeuten unter Beweis gestellt. «Irgendwann hatte ich das Gefühl mit meinem Tanz alles erreicht zu haben, was in meinen Augen möglich ist. Ich habe schon als Kind gewusst, dass ich beweglich bin», so die blauäugige Powerfrau. Es sei ihr darum gegangen mit dem Talent, welches in ihr schlummert etwas auf die Beine, zu stellen. Dies als Solokünstlerin.

Ninas Weg ins Morgenland
Im Alter von 30 Jahren stand Burri  am Scheideweg. «Entweder mit dem Tanzen aufhören und etwas Neues beginnen, oder etwas draufpacken und die Grenzen meines Körpers erforschen». Das waren die zwei Optionen der Schweizerin. 
Sie entschied sich nach China zu gehen und sich die Kunst des Schlangentanzes, anzueignen. Gesagt, getan. Was eigentlich nur als Schnupperaufenthalt geplant war, zog sich über sechs Monate hin. Vor Ort wurde Nina Burri ins kalte Wasser geworfen. Learing by doing lautete die Devise. «Man hat mir eine Figur vorgemacht und ich habe sie, nach bestem Wissen und Gewissen versucht nachzumachen.», so die Künstlerin. 

Talentshows? Nein, danke!
Die angehende Schlangenfrau belegte einen entsprechenden Studiengang. Jeden Tag mindestens zwei, und alle zwei Tage sogar vier Stunden das gesamte Programm abzuspulen, ist nicht jedermanns Sache. Für Burri eine Selbstverständlichkeit. Talentshows ebneten ihr den weiteren Weg als Contortionistin. Einem achtmonatigen Engagement beim Zirkus Knie mit insgesamt 350 Shows folgten diverse Galas und internationale Auftritte. Burri gelang der Spagat über den grossen Teich. «Heute würde ich nicht mehr teilnehmen», antwortet die heute 40-Jährige auf die Frage, wie sie denn heute über Castingshows denkt. 

Selbst ist die Frau
Neben ihrer Tätigkeit als Contortionistin, Model und Schauspielerin, ist die Schlangenfrau auch Geschäftsfrau. «In den USA gehörst Du nur dazu, wenn du einen Agenten oder einen Manager hast, der für dich das Geschäft in trockene Tücher bringt. In der Schweiz führe ich alle Verhandlungen selbst, was auch sehr geschätzt wird», erzählt das «Berner Meitschi.»

Heute hier, morgen da
Heute pendelt die lebenslustige Frau, zwischen Zürich, Berlin, New York und Los Angeles hin und her. Nina Burri hat es geschafft. Ihr eiserner Wille, ihre Disziplin, und ihre Professionalität in ihrem Beruf machen sie zudem, was sie heute ist: ein international gern gesehener Showact.

Vom Verletzungspech verschont geblieben
Ans Aufhören denkt Nina Burri noch lange nicht: «Für mich ist mein Karriereziel dann erreicht, wenn ich die Lust verliere und mein Publikum mit dem, was ich tue, nicht mehr begeistern kann.» So spektakulär es auch aussieht, was die Schlangenfrau auf der Bühne zeigt, Burri blieb bisher von grösseren Verletzungen verschont. «Wichtig ist, dass ich mich richtig aufwärme», sagt sie. Richtig aufwärmen heisst für Burri zwei Stunden vor dem Auftritt mit Yoga- und Dehnübungen auf Temperatur, zu kommen. Auch die Mahlzeiten nimmt die Künstlerin erst nach getaner Arbeit ein. 

Pianokünstler locken Schlangenfrau aus dem Korb
Wer auf den Geschmack gekommen ist und sich als Schlangenfrau probieren möchte, der sollte sich einen der Workshops von Nina Burri nicht entgehen lassen. 
Ihren nächsten Auftritt in der Schweiz hat die Schlangenfrau im Rahmen der Musikfesttage am 22. September in Wallisellen. Wenn vier Pianokünstler zusammen musizieren und die Schlangenfrau Nina Burri dazu tanzt, dann ist dies ein Spektakel, dass man nicht nur gehört, sondern auch gesehen haben muss. Mehr Informationen gibt es unter www.ninaburri.com.

 

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